V. Die drei Ebenen im Überblick

     

    1. Die Körperebene

    Es ist ein großer Unterschied zwischen einem toten Menschenkörper und einer lebenden Person. Alles was nach dem Tod eines Menschen wieder zu "Erde" wird, ist das rein Physische der äußersten Ebene des Menschen, der Körperebene.

    Zu dieser Körperebene gehört, neben dem physischen Körper, auch die Funktionstüchtigkeit jedes, auch noch so kleinen Bestandteiles unseres Körpers. Jede einzelne Zelle erfüllt ihre zahlreichen Aufgaben, nach einem zwar unsichtbaren aber dennoch ganz konkreten Funktionsmuster.

    Weiters können wir beobachten, daß die Nägel und die Haare wachsen, Nahrung verdaut und die unverdaulichen Reste wieder ausgeschieden werden. Lunge, Herz, Leber, Magen und all die anderen Organe sowie Muskeln und Nerven erfüllen ganz bestimmte, ihnen zugeordnete Funktionen. Darüber hinaus können wir sehen, hören, riechen, schmecken und tasten. Wir spüren, ob es warm oder kalt ist usw. Diese Liste kann noch lange fortgesetzt werden. Ärzte müssen viele Bände von Büchern studieren, um die Funktionen jedes einzelnen Körperteils zu verstehen. Vieles von dem, was sich in unserem Körper abspielt, bleibt bis zum heutigen Tag unerforscht.

    Wenn alle Abläufe dem wunderbaren Plan folgen, der jeder Zelle, jedem Organ, jedem Nervenimpuls und dem Organismus als Ganzes vorgibt, was sie zu tun haben, so sagen wir, dieser Mensch ist gesund! Bei einem kranken Menschen funktionieren einige dieser Abläufe nicht so, wie sie es tun sollten. So treten meist erkennbare Veränderungen in einer oder mehreren Körperpartien, nacheinander oder gleichzeitig, auf. Viele Krankheiten sind einigermaßen gut erforscht und das Gleichgewicht des Körpers läßt sich mit bewährten Therapien wiederherstellen. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von Krankheiten, die wir mit dem heutigen Wissen noch nicht in den Griff bekommen.
     

    Die drei Bereiche der Körperebene

    In einem Schema kann man die Körperebene wie folgt darstellen. (Abb. 1)

     

    Das rechte untere Feld zeigt die rein materiellen Körperteile, die nach dem Tod wieder in materielle Substanz zerfallen.

    Das linke untere Feld zeigt, daß jeder Körperteil genau definierten Existenz- und Funktionsmustern folgt. Aus diesem Grund kann man nicht einfach eine Lungenzelle durch eine Leber-, eine Haut-, eine Nerven- oder Bindegewebszelle austauschen. Die, nur in ihren Auswirkungen erkennbaren Existenz- und Funktionsmuster ermöglichen die unzähligen Vorgänge, die in ihrer Gesamtheit einen lebendigen Körper ergeben. Die Funktionstüchtigkeit von Zellen, Geweben, Organen usw. sind eine Voraussetzung dafür, daß das autonome Nervensystem übergeordnete Funktionen wie Atmung, Verdauung, Kreislauf u. dergl. steuern kann.

    Die Steuerung des autonomen Nervensystems, ist den Existenz- und Funktionsmustern (li. unten)der einzelnen Zellen einerseits sowie deren Ausdrucksformen (re. unten) andererseits übergeordnet. Ebenso finden wir in dieser übergeordneten Stelle, die noch zur Körperebene zählt, eine Art "Interessenvertretung", welche die Anliegen für die klaglose Funktion und Gesundheit der beiden unteren Ebenen wahrnimmt und vertritt.

    Diese Interessen sind konkret

    a.) Das Interesse Zellen, Gewebe und Organe, zu einem "Organismus" zu verbinden. Erst innerhalb eines funktionierenden Organismus können Zellen, Gewebe und Organe ihrer eigentlichen Bestimmung gerecht werden. Das bewirkt sowohl eine Aufwertung des einzelnen Organs durch die Einbindung in einen Organismus, als auch die Abhängigkeit von anderen Organen. Wie soll beispielsweise eine Leberzelle arbeiten, wenn sie nicht mit sauerstoffreichem Blut, von Herz und Lunge versorgt wird?

    b.) das Selbstschutzinteresse d.h. das Bedürfnis den eigenen Organismus durch Wohnung, Kleidung, Hygiene und dergleichen zu schützen.

    c.) das Selbsterhaltungsinteresse drückt sich aus im Hunger- und Durstgefühl, im Bedürfnis Bewegung zu machen, Sport zu betreiben, gute Luft zu atmen, ausreichend zu schlafen......

    d.) das Arterhaltungsinteresse bewirkt die Anziehung der Geschlechter und das Bestreben nach körperlicher Vereinigung sowie das Bestreben eigenes Leben weiterzugeben und eigene Kinder großzuziehen.

    Diese, wenn auch noch erweiterbare Aufstellung, übermittelt einen groben Überblick und soll zum besseren Verständnis der Körperebene beitragen. Die Körperebene des Menschen ist der äußerste Teil einer Person, der jedoch gleichzeitig den Zustand der beiden inneren Ebenen ausdrückt.
     
     

    2. Die Ebene, wo Verstand, Gefühl und Wille in harmonischem Miteinander wirken.

    Auch in der zweiten Ebene finden wir diese Dreiteilung wieder. (Abb. 2)

    Gefühl, Verstand und Wille zeigen sich in äußerlich erkennbaren Ausdrucksformen (rechts unten) denen jeweils ganz konkrete Existenz- und Funktionsmuster zugrunde liegen (links unten).
     

    Das Gefühl

    Das Wesen sowie die Richtung die das Gefühl ansteuert, zeigt sich im Streben nach dem Schönen, Harmonischen, Angenehmen, in der Suche nach Wohlbefinden, im Suchen nach menschlicher Wärme usw. ( Abb.2, links unten)

    Die Ausdrucksformen des Gefühls ( Abb.2, rechts unten) kennen wir unter anderem als Freude, Hoffnung, Enttäuschung, Trauer, Einsamkeit, Zusammengehörigkeitsgefühl, Geborgenheit sowie im Schönheitsempfinden von Farben, Formen und Beziehungen. Das von unkontrollierter Kurzsichtigkeit beherrschte Gefühl zeigt sich meist in seiner zerstörerisch wirkenden Form als Zorn, Eifersucht, Haß, Neid, Geiz und dergleichen.

    In der in Punkt 1 beschriebenen Körperebene, drückt sich das Gefühl beispielsweise in einer liebenden Umarmung aus, aber auch dann, wenn jemand nur glücklich so vor sich hin pfeift oder singt, ein nettes, aufbauendes Wort sagt, sich schön kleidet, sich schminkt, oder tanzt. Auch wenn sich jemand traurig zurückzieht, weint, sich enttäuscht abwendet, in Hoffnungslosigkeit erlahmt, auf einen geliebten Menschen sehnsüchtig wartet, sich bedroht oder gefährdet fühlt, zeigt sich das Gefühl. In der Malerei und in der Dichtung, in der Musik und den anderen Disziplinen der Künste, findet das Gefühl ganz besondere Ausdrucksformen.
     

    Der Verstand

    Das Wesen des Verstandes zeigt sich im Bestreben alles in mir und um mich zu strukturieren, zu systematisieren, zu ordnen, neu zu kombinieren und dergleichen. ( Abb. 2, links unten )

    Die Richtung die der Verstand gehen möchte, drückt sich aus in Analyse und Synthese, in Logik und Methode, in Strukturen und Denkmustern, in klarer Unterscheidung, in mathematischer Genauigkeit usw. ( Abb.2, rechts unten )

    In der in Punkt 1 besprochenen Körperebene, drückt sich das Wirken des Verstandes im Lesen, im Schreiben, im Satzaufbau, in der Sprache, im Rechnen, in der Wissenschaft, in der Technik und Forschung, in der Philosophie, in der Statistik und auf vielerlei andere Art und Weise aus.
     

    Der Wille

    Das Wesen des Willens sowie die Richtung, die er einschlagen möchte, zeigt sich im Bestreben das Beste (für mich und/oder für andere) zu suchen und sich für das Beste oder zumindest für das Bestmögliche zu entscheiden. (Abb.2, links unten )

    Der Wille drückt sich aus in Entschlüssen und Entscheidungen, in der persönlichen Durchsetzungskraft, im Selbstbewußtsein, in Moral und Ethik sowie im Durchhaltevermögen usw. (Abb.2, rechts unten )

    In der äußersten, der Körperebene, zeigt sich der Wille in den vielen Entschlüssen und Entscheidungen des täglichen Lebens, im Vollenden von Projekten aller Art, im Fertigstellen von Arbeiten, im Abschluß von Schule und Ausbildung, im Bemühen eine moralisch hochstehende Form des Zusammenlebens zu finden und in Frieden zu leben, im Bemühen Lösungen für die verschiedenartigsten Probleme und Antworten auf die unzähligen Fragen, die das Leben mit sich bringt, zu finden u. dergl. mehr.
     

    Die harmonisierende Stelle

    Den Wesenszügen und den Ausdrucksformen übergeordnet, steht, die im Menschen tief verankerte Sehnsucht Gefühl, Verstand und Wille nicht als egoistische Einzelgänger sondern als sich ergänzende Einheit agieren zu lassen. (Abb.2, oben) Man kann sich die drei als eine Art Team vorstellen, in dem jedes der Mitglieder sowohl eine Mitgestaltungs- als auch eine Vetokompetenz wahrzunehmen hat. In der Praxis bedeutet das, daß beispielsweise ein Gefühl wie Freude, Geborgenheit, Trauer, Neid oder Einsamkeit, zwar nicht von Verstand und Wille beherrscht und unterdrückt, wohl aber ergänzt und wenn nötig kontrolliert werden soll. Auf diese Weise kann verhindert werden, daß eines der Gefühle, in unkontrollierter Impulsivität, zu sehr überhand nimmt. Auch jeder Plan, ja, bereits ein Gedanke, als Produkt des Verstandes, braucht die Ergänzung und Kontrolle von Gefühl und Wille, die das Schöne und Gute mit einbringen sollen. Dasselbe trifft auch auf jede Entscheidung und jeden Entschluß zu.

    In der einseitigen Überbetonung von Gefühl, Verstand oder Wille, mögen wir uns beispielsweise als Träumer danach sehnen in angenehmen Gefühlen zu schwelgen, Traumschlösser zu bauen, uns in irgendwelchen Sentimentalitäten zu verlieren, überall nur das Schöne zu sehen, beziehungsweise, was leider auch sehr verbreitet ist, den armen Kranken zu spielen um gebührend bedauert oder zumindest beachtet zu werden und dergleichen mehr.

    Als nüchterner Logiker mögen wir bestrebt sein durchschaubare Ordnungsstrukturen, das mathematisch Berechenbare, das statistisch Belegbare, die genaue Abgrenzung und Einhaltung von Kompetenzen, die genaue Definition von Begriffen, die klare Ausdrucksform der Sprache oder Ähnliches als das Wichtigste zu sehen.

    Als Moralist hingegen, mögen wir das, was wir als gut und richtig erachten, in den Vordergrund stellen und mit aller Vehemenz verteidigen, ja sogar versuchen, es anderen Menschen nötigenfalls aufzuzwingen.

    Wir sind jedoch nicht lediglich Träumer, Logiker oder Moralisten, sondern wir sind Menschen, ausgestattet mit der Fähigkeit Gefühl, Verstand und Willen in ausgleichender Ausgewogenheit zu verwenden. Als Menschen sollen wir träumen in einer Welt der Schönheit und Harmonie zu leben, wir sollen auch die Ordnungsstrukturen und die Denkmuster, nach denen alles entstand und existiert sowie die Ziele, denen alles zustrebt erforschen und erfassen und wir sollen das Gute und das Beste erwarten und herbeiführen. Das sind ganz wesentliche menschliche Qualitäten, die unsere besondere Stellung unter allen geschaffenen Wesen rechtfertigt. Natürlich ist das verbunden mit Verantwortung. Diese bewirkt, daß wir auch zur Verantwortung gezogen werden können für das, was wir durch egozentristischen Gebrauch von Gefühl, Verstand und Willen beispielsweise im Umgang mit uns selbst, mit anderen Menschen und mit der Umwelt anrichten - und sei es auch nur in der Form, daß wir die Folgen zu tragen haben.

    Um die ideale Zielvorstellung Wirklichkeit werden zu lassen ist es notwendig, Denken, Fühlen und Wollen auf einen gemeinsamen, höheren Zweck - eine übergeordnete Lebensaufgabe auszurichten. Dieser, unser Lebenszweck ist ein Leben in Gesundheit, Glück und Wohlergehen, in Erfolg, Freude und Harmonie. Es ist die Verwirklichung meiner persönlichen Fähigkeiten, die Aufwertung und Vervollständigung meiner Person und meiner Mitmenschen durch lebendige Beziehungen und dergleichen mehr. All den Skeptikern zum Trotz, kann dieses Lebensziel tatsächlich Wirklichkeit werden. Voraussetzung dafür ist allerdings die Ausrichtung von Gefühl, Verstand und Willen, die Ausrichtung all meiner Aktionen sowie all meiner Bedürfnisse der Körperebene auf diesen "Sinn" des Lebens - auf die innerste Ebene.
     
     

     

  1. Die Sinngebungsebene

Liebe, Leben und Beziehungen

Im Zentrum dieser Ebene steht an oberster Stelle die Essenz des menschlichen Wesens. (Abb.3) Das ist die Fähigkeit zu lieben und dieser Liebe in Form von Motiv, Zweck oder einer konkreten Absicht eine klare Richtung zu geben.

In unserem Schema, steht in der Position links unten die Lebensfähigkeit. Liebe und Leben drücken sich aus in der Sehnsucht nach konkreten Beziehungen (re. unten). Fehlt meinem Leben die Liebe, so wird es degradiert zur reinen freudlosen Existenz. Fehlt meiner Liebe die Lebendigkeit, so mag sie nach außen hin als tot erscheinen, innerlich aber leidet sie. In all meinen Beziehungen drücken sich die Qualitäten meiner eigenen Art zu lieben und meiner Art zu leben aus.

Für Gefühl, Verstand und Willen wirken Liebe, Leben und die Sehnsucht nach konkreten Beziehungen als Motiv. Dieses Motiv gibt als Ideal, das anzustrebende Ziel, bereits vor. Gefühl, Verstand und Wille sind nun gefordert, die Umsetzung der Sehnsucht der Sinngebungsebene in klar strukturierten Gedanken, eindeutigen, auf das Schöne ausgerichteten Gefühlen und auf unmißverständliche Prioritäten aufbauende Entscheidungen zu bewerkstelligen. Die Liebe braucht als besonderes Ausdrucksmittel das Gefühl, aber in weiterer Folge auch die Qualitäten von Verstand und Wille sowie den konkreten Ausdruck in der Körperebene.
 

Liebe ist also nicht reine Gefühlssache.

Sie braucht die klaren Strukturen des Verstandes und die eindeutigen Prioritäten, nach denen der Wille seine Entscheidungen trifft sowie die Taten, die in der Körperebene ihren Ausdruck finden. Dennoch spielt das Gefühl eine ganz bedeutende Rolle, denn einer Liebe ohne Gefühl fehlt die Wärme und die Freude.

Beim ersten Verliebtsein in der Pubertät, aber auch später noch, steht manchmal das Gefühl so sehr im Vordergrund, daß es fähig ist den kritischen Verstand und die klare Entscheidungskompetenz des Willens zu lähmen und sich mit starker, unkontrollierter Impulsivität in der Körperebene direkt auszudrücken. Die nötige Ernüchterung folgt unweigerlich früher oder später, wenn die Farbe unserer Brillengläser, die alles, was wir sehen, in anmutiges Rosa taucht, verblaßt. Dauerhafte Liebe entsteht, wenn nicht nur das Gefühl, sondern auch der Verstand und der Wille auf die Liebe reflektieren, ihre rechtmäßige Position einnehmen und ihre ureigenen Qualitäten beisteuern. Dennoch wird sich die Liebe in erster Linie über das Gefühl ausdrücken. In guter Einspielung der drei Ebenen zueinander, wird diese Liebe zu einer Dauereinrichtung und zum wesentlichsten Element der Stabilität sowohl für Ehe und Familie als auch für alle Beziehungen außerhalb davon.

Die vielen Formen der Nächstenliebe, der von egozentristischem Stolz befreiten Eigenliebe, der Liebe zum Partner und zu den Kindern in der Familie, der Liebe zum Beruf, zur Gesellschaft, zur Nation, zur Kultur und zur alle Völker und Rassen einbindenden Menschheit, ja selbst die Liebe zum Schöpfer all dessen, zeigt sich in gefühlsbetonten Beziehungen, die durch Verstand und Willen ihre konkrete Form erhalten und sich in unseren Taten körperlich ausdrücken.

Eine Schwerpunktverlagerung vom Gefühl auf den nüchternen Verstand ergibt sich, wenn sich die Liebe in der Sinngebungsebene als Zweck, als Motiv oder als Absicht ausdrücken will. Hier steht meist eine klare Struktur und ein gut durchdachter Ausführungsplan im Vordergrund. Natürlich müssen sich auch Gefühl und Wille ausreichend einbringen, sowie von ihrem Vetorecht Gebrauch machen können. Der zur Einseitigkeit neigende Verstand braucht diese Ergänzung und Kontrolle.

Angenommen, ich beabsichtige ein Haus zu bauen. Natürlich soll das Haus schön werden und es sind eine ganze Reihe von Entschlüssen und Entscheidungen nötig. Obendrein muß das Bauvorhaben auch durchgeführt werden. Im Vordergrund steht jedoch der Verstand. Es ist wichtig, daß mein Haus eine klare Struktur hat. Ebenso ist es von entscheidender Bedeutung, welche Art von Haus ich mir finanziell leisten kann. Keller, Mauerwerk, Dach, Fenster, Wasser- und Elektroinstallationen, die Art der Heizung, die Zimmeraufteilung und all die vielen Einzelheiten sowie die Finanzierung wollen gut durchdacht und genau geplant sein. Diese Arbeit muß sowohl von Gefühl und Willen als auch vom Tun begleitet werden. Nur im harmonischen Miteinander von Gefühl, Verstand, Willen und Tun, wird die ursprüngliche Absicht ein Haus zu bauen, zufriedenstellend erfüllt werden können. In einem Haus, das eine verläßliche Stabilität und Struktur hat, das ausbezahlt ist oder dessen Finanzierung meinen Freiraum nicht zu sehr einengt, kann ich mich auch wohl fühlen.

 

4. Das Zusammenwirken der drei Ebenen

Wenn es mein höchstes Ziel ist, ein Leben in Gesundheit, Glück und Wohlergehen, in Lebensfreude, Harmonie und Erfolg zu leben, wenn es mein Lebenszweck ist, meine persönlichen Fähigkeiten so zu entfalten, daß sowohl ich selbst als auch die Menschen um mich herum sowie meine Umgebung, sich durch meinen persönlichen Beitrag bereichert fühlt, so brauche ich eine klare Vorstellung davon, wie ich diese Ziele erreichen kann. (Abb. 4) Ein klares Verständnis vom Zusammenwirken der drei Ebenen in mir, ist eine wichtige Voraussetzung.
 

 
 

Die Essenz meiner Persönlichkeit

Liebe, Leben und Beziehungen - die Essenz meiner Persönlichkeit - haben ihren Ursprung in einer, zumindest potentiellen, Familie. Wir alle haben einen Vater und eine Mutter. Ein Mann wird erst von Mutter und Kind zum Vater gemacht, eine Frau wird erst durch Vater und Kind zu einer Mutter. Auch ein Kind wird erst von Vater und Mutter gezeugt und geboren. Die Familie ist der Platz wo wir zu leben beginnen, wo wir die erste Liebe von Mutter und Vater, von Geschwistern, Großeltern, Onkeln und Tanten, Cousins und Cousinen, von Bekannten der Eltern oder von Nachbarn erleben. In dieser Familie knüpfen wir unsere ersten Beziehungen.

Liebe, Leben und Beziehungen werden von nun an das eminente Thema meiner Existenz sein. In der Hitze des Lebens wird dieses Thema oft leichtfertig beiseite geschoben und man vergräbt sich in eine interessante Arbeit, versteckt sich hinter einem Vorwand oder flüchtet in irgendeine Sucht (es müssen ja nicht gleich harte Drogen sein). Man schützt sich, indem man sich hinter Vorurteilen verbarrikadiert und sich so "kleine Unehrlichkeiten" großzügig verzeiht, damit man ruhigen Gewissens schlafen kann. Dennoch sind Liebe, Leben und Beziehungen allgegenwärtig.

Die Essenz jedes Menschen ist und bleibt die Einheit von Liebe, Leben und Beziehungen. Von diesen motiviert bin ich als Mensch bestrebt, die vielen Arten und Ebenen der Liebe (Partnerliebe, Kinderliebe, Elternliebe, die Liebe zu meiner Arbeit, zu meiner Umwelt, zu Tieren, Pflanzen und Dingen, zur Mathematik, zur Philosophie, zur Sprache, zum Sport, zur Musik, Literatur, Architektur usw. ) auf meine einzigartige, persönlichste Weise zum Ausdruck zu bringen. Ich suche in meinem Leben stets das Wahre, Schöne und Gute, weil Richtige und Dauerhafte. Ebenso möchte ich meine Beziehungen mit meiner persönlichen Wärme, mit der Klarheit meines Verstandes und mit der unmißverständlichen Rangordnung meiner Prioritäten füllen.

Zusammengefaßt heißt das für mich nichts anderes, als gesund und glücklich zu sein, mich wohl zu fühlen in meiner Haut, in meiner Familie, in meinen Beziehungen und in allem, was ich tue. Es bedeutet in einer Harmonie zu leben, die fähig ist alle Dissonanzen, gleichgültig ob ich sie selbst verursache oder ob sie von Außen auf mich einwirken, zu kontrollieren und entsprechend aufzulösen. Es heißt aber auch, in aller Ehrlichkeit und ohne selbstüberschätzenden Stolz den Mut aufzubringen, die Einzigartigkeit meines persönlichen Wertes und meiner persönlichen Fähigkeiten zu entdecken.

Diese Einzigartigkeit drückt sich aus in meinen Fingerabdrücken, in meinen Gesichtszügen, in der Klangfarbe meiner Stimme, in meiner Art zu gehen, aber auch in meiner persönlichen Art zu denken, zu fühlen und Entscheidungen zu treffen und ganz besonders in der Einzigartigkeit meiner Liebe, meines Lebens und meiner Beziehungen.

Es ist das schönste und erhebendste Ziel meines Lebens, mit meiner Liebe, meinem Leben und meinen Beziehungen mich selbst, meine Angehörigen, meine Arbeitskollegen, andere bekannte und unbekannte Personen in meiner Heimatgemeinde, meine Kultur ja selbst die Menschheit, gleichgültig welcher Rasse oder Kulturzugehörigkeit, zu bereichern und aufzuwerten. Das ist der Sinn meines Lebens, meiner Liebe und meiner Beziehungen, meines Denkens, Fühlens und Wollens und all meines Tuns.
 

Bewußtsein und Mikrokosmos

Es gibt eine Wahrheit, auf deren Basis jedes Geschöpf sowohl existiert als auch funktioniert. Alle Vorgänge im Universum sowie das Leben und Zusammenleben von Pflanzen und Tieren im Einklang mit den Kräften der Natur, sind der Ausdruck dieser Wahrheit. Selbst all die unzähligen Vorgänge in unseren Zellen und Organen, die Atmung, Verdauung und Nervenversorgung, der Blutkreislauf und all die vielen anderen Vorgänge in unserer Körperebene folgen einem ganz konkreten Ordnungsmuster. All das existiert unabhängig davon, ob mir das bewußt ist oder nicht.

Als Mensch habe ich die besondere Fähigkeit, mich allen Ebenen meines Wesens und meiner, mich umgebenden Welt, bewußt zuzuwenden, d.h. in mein Bewußtsein hereinholen. Ich habe die Fähigkeit, Kraft meiner Liebe, meines Lebens, meiner Beziehungen und meiner Ideale, (Sinngebungsebene) mich jedem einzelnen Teil meines Wesens, aber auch jedem einzelnen Teil alles dessen, was in der Welt und im Universum vor sich geht, zuzuwenden. Ich kann, unter entsprechenden Voraussetzungen, ein Gegenüber (sowohl innerhalb als auch außerhalb von mir) erwählen und dieses mit meiner Zuwendung, meiner Liebe, meinem Interesse tatsächlich für mich "lebendig" machen. Diese Zuwendung aus der Sinngebungsebene (aus der Tiefe meines Herzens) heraus unterscheidet sich wesentlich von einer Zuwendung mit meinem Gefühl, meinem Verstand oder meinem Willen.

Mit dem Verstand allein ist der Ursprung und das Ziel des Lebens nicht zufriedenstellend erklärbar. Auch das Gefühl und der Wille allein, sind dazu nicht in der Lage. Das ist deshalb nicht möglich, weil Liebe, Leben, Beziehungen und Ideale, in der ihnen übergeordneten Ebene ihren Sitz haben. Gefühl, Verstand und Wille sowie die Körperebene, sind der Sinngebungsebene nachgeordnet. Auf Dauer gesehen genügt es daher nicht, sich ein Gegenüber nur ins " intellektuelle Bewußtsein" zu rufen und nur mit dem Verstand erfassen und eventuell verändern zu wollen. Ebenso muß es immer einseitig bleiben, ein Gegenüber nur in meinem Gefühl oder meinem Willen bewußt zu machen. Gefühl, Verstand und Wille sind angewiesen auf die Ausrichtung, die aus der Sinngebungsebene kommt.

Die Art meiner Liebe und meiner Motivation gibt meinem Gefühl, meinem Verstand und meinem Willen, aber auch meinem Tun, klare Vorgaben und Ziele. Mafiosi, Verbrecher, Fanatiker, Diktatoren u. dergl. sind nicht gescheiter oder dümmer als andere Mitmenschen. Sie haben nur andere Motive und andere Wertsetzungen, die ihr Fühlen, Denken Wollen und Tun lenken.

Daraus ergibt sich, daß es, konsequent gedacht, nicht möglich ist, das Universum, das Leben auf der Erde sowie das Wesen und das Ziel unserer menschlichen Existenz in seiner vollen Reichweite zu erfassen, ohne den Sinn und Zweck aller Existenz zu kennen. Es geht nicht bloß darum, daß ich meinem Leben, meinen Beziehungen und meiner Umgebung von mir aus einen Sinn gebe. Der Sinn sowie die Existenz- und Funktionsmuster des Universums und des Lebens waren bereits vor mir da.

Was ich allerdings tun kann ist, den bereits vorhandenen Sinn und Zweck, das Motiv und die Absicht dessen, der alles erschaffen hat, zu ergründen und mein Leben darauf abzustimmen. Nur in Harmonie mit diesem Sinn und Zweck, kann ich ein glücklicher und zufriedener Mensch werden.

Es macht nicht viel Sinn die Naturgesetze meinen Vorstellungen anpassen zu wollen. Es macht auch nicht viel Sinn einen wesentlichen Teil meiner Persönlichkeit zu ignorieren und zu versuchen, beispielsweise mein Gefühl auszuschalten, weil es wirtschaftlichen Überlegungen im Wege stehen könnte.

In der Medizin wird deutlich, daß unser Körper das Zusammenwirken von verschiedenen Organen braucht, um lebensfähig zu sein. Ich kann nicht hergehen und die Leber, das Herz oder das Gehirn einfach ersatzlos aus meinem Organismus streichen. Das würde unweigerlich zum Tod führen.

In den Ansichten darüber wie wir die Natur behandeln sollten, setzen sich auch in vermehrtem Maße ökologische Gesichtspunkte durch. Widerstand regt sich gegen die Nutzung der Atomenergie, gegen Krieg, gegen unser gegenwärtiges, von Zins und Abwertung geplagtes Geldsystem, gegen Ausbeutung von Mensch und Natur usw. Warum? Weil diese Verhaltensweisen unseren natürlichen Anlagen als Mensch zuwiderlaufen, weil sich Menschen unter solchen Bedingungen auf Dauer nicht wohlfühlen können und weil es auch nicht klug ist den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen.
 

Es ist höchst an der Zeit, die wesentlichen Fragen zu stellen.

Die wesentlichen Fragen sind diejenigen, deren Antworten mir als Fix- oder Orientierungspunkte für mein Leben dienen können. Um mich im freien Gelände orientieren zu können, benötige ich Nordpol, Kompaß und Karte als Fixpunkte. Um mich in meinem Leben orientieren zu können, muß ich wissen, warum ich lebe, woher ich komme und wohin ich gehen soll. Es ist hilfreich das Motiv und den Zweck zu kennen, die meinen Schöpfer veranlaßten mich zu schaffen und auf den Weg zu schicken. Ohne den Sinn meines Daseins zu kennen fehlen mir die Fixpunkte, die für eine verläßliche Orientierung unverzichtbar sind.

Ich darf darauf vertrauen, daß ich auf ehrliche, offene Fragen, in der Regel ehrliche, offene Antworten erhalte. Allerdings, wie bereits weiter oben ausgeführt, können die Antworten darauf nur von einem ehrlichen, vorurteilslosen Fragesteller zur Gänze begriffen werden. Wie gesagt, beruht ein weit verbreiteter Irrtum darauf, daß wir manchmal glauben, auf emotionale, ethisch-moralische und herzensmäßige Fragen gibt es nur verstandesmäßige Antworten.

So wie der Verstand intellektuelle Fragen stellt und logische Antworten erwartet, so darf auch das Gefühl seine emotionalen Fragen stellen. Die entsprechenden Antworten sind aber ihrem Wesen nach an das Gefühl, nicht an den Verstand gerichtet.

Ebenso ist es in meinem Streben nach dem Guten in der Welt und in mir selbst natürlich, ethisch-moralische Fragen zu stellen. Die Antworten auf diese Fragen können nur von meinem Willen als Entschluß- und Entscheidungsträger so begriffen werden, wie sie gemeint sind. Eine Antwort lediglich als richtig, logisch oder schön zu finden genügt nicht, es muß auch der entsprechende Entschluß oder die dazugehörende Entscheidung folgen.

Selbstverständlich stellt auch mein Herz, meine tiefste und innerste Instanz tagtäglich wichtige Fragen nach dem Wert, dem Zweck, dem Motiv, dem Sinn meines Daseins und nach dem Wesen der Liebe, des Lebens und der Beziehungen. Ich bekomme auch hier meine Antworten, nur sind diese an mein offenes Herz und nicht an meinen wißbegierigen, faktensammelnden Verstand adressiert.

Mit der richtigen Einstellung zum Leben bin ich fähig, ein glücklicher und erfolgreicher Mensch zu werden.

Was ist nicht alles möglich, wenn ich mir verschiedenste Dinge bloß in mein "Intellektuelles Bewußtsein" hereinhole und dort logisch und methodisch bearbeite.

Um wieviel mehr aber ist möglich, wenn ich mir all die Dinge in mein "Sinngebungsebene-Bewußtsein" hereinhole und von dort ausgehend Gefühl, Verstand und Willen veranlasse, sie nach den Vorgaben der Sinngebungsebene zu bearbeiten?

Die Fähigkeit zu lieben ermöglicht es mir, mein Bewußtsein bis in kosmische Dimensionen auszuweiten. Ich bin nicht bloß ein Mikrokosmos der lediglich aus Atomen und Zellen, aus Fleisch und Blut besteht. Ich bin auch ein Mikrokosmos der Prinzipien und Gesetze, der Logik und der Methodik, ein Mikrokosmos des Schönen, Wahren und Guten. Was mich aber ganz besonders auszeichnet ist die Tatsache, daß ich überdies ein Mikrokosmos von Liebe, Leben und Beziehungen bin. Erst diese Qualitäten ermöglichen es mir, mich als würdiger Herrscher in Liebe zu qualifizieren. Diese Qualitäten auszubilden ist das eigentliche Ziel meiner kreativen Fähigkeiten.