Love, Sex und so...
Ein Zugang zur Sexualität, der auf allen Ebenen nur einen Scherbenhaufen hinterlässt
http://www.bmsg.gv.at/bmsg/relaunch/jugend/downloads/love-Sex-und-so2.pdf

Anmerkungen zur Rechtfertigung der Autoren der Sex-Broschüre
http://religion.orf.at/projekt02/news/0209/ne020905_broschure_fr.htm

Johannes Stampf

Die Kritik zur Broschüre Love, Sex und so… weisen die AutorInnen entschieden zurück, allerdings mit Aussagen, die seitens verantwortlicher Eltern nicht unwidersprochen bleiben können. Hier einige kurze Anmerkungen zu den wichtigsten darin gemachten Feststellungen:

1. Ziel war Information, kein erhobener Zeigefinger
Ihrer Begründung zufolge schätzt das Autorenteam die Sexualorgane und den Umgang mit ihnen offenbar wie ein Spielzeug ein, mit dem man nach Lust und Laune herumspielen kann (und das auch tun soll) und für dessen Verwendung außer einigen Handhabungsregeln wie Kondom anlegen, Pille nehmen und Notmaßnahmen wie Schwangerschaftsabbruch durchzuführen, keine weiteren Qualifikationen notwendig sind.

Jedes Verbot (erhobener Zeigefinger) muss tunlichst unterlassen werden, damit das Herumprobieren durch nichts und niemanden gestört oder behindert wird, und wenn die Eltern anderer Meinung sein und sich erlauben sollten andere Grenzen zu setzen, dann gibt es ja noch die Beratungsstellen, die immer bereit sind zu helfen. Weiters klärt man bereits unter 14-jährige unverblümt auf, dass sie bis 14 alles, und das sogar ungestraft tun dürfen, sie werden ja erst mit 14 vor dem Gesetz strafmündig. (Seite 43)

Nun kann man natürlich nicht nur mit Bausteinen spielen, sondern auch mit dem Feuer, mit der Elektrizität, mit Sprengstoffen, und sogar mit der Atomspaltung und natürlich kann man auch mit Liebe und mit Beziehungen spielen. Welche Art von Spielzeug mag dann wohl das Sexualorgan sein? Ist es ein 100 Teile Puzzle, ein Baukasten mit Holzblöcken, ein Chemiebaukasten mit dem man schon interessante Spielchen bis hin zu kleinen Explosionen erzeugen kann, ein Bombenbaukasten oder gar ein Nuklearspielzeug, mit dem man verheerende Folgen verursachen kann?

Wenn man einen Blick in unsere Gesellschaft wirft, sind die Folgen des „verantwortungsbefreiten, zeigefingerlosen“ Umganges mit der Sexualität unter anderem in den steigenden Scheidungsraten, in den von einem oder beiden Elternteilen vernachlässigten oder verlassenen Kindern, in den für dauerhafte Beziehungen unaufgeschlossenen Jugendlichen, aber auch in den durch Liebesmangel in Drogenkonsum oder Kriminalität abgerutschten Jugendlichen und Erwachsenen zu sehen. Nur der erhobene Zeigefinder ist sicher keine Lösung, gar kein Zeigefinger aber ebenso wenig.
 

2. Die Broschüre wende sich in altersadäquater Form an 12- bis 15-jährige und ziele auf lesbare und komprimierte Information ab.
 Das mag die Meinung der Autorengruppe sein, die Meinung von verantwortungsbewussten Eltern ist es, am Aufruhr gemessen, den diese Broschüre verursacht, offenbar nicht. Aber die Autoren scheinen sich unbeirrt zum Ziel gesetzt zu haben, die Eltern mit ihrer Sicht einfach zu überrollen und sie vor vollendete Tatsachen zu stellen. Abgesprochen sind die Inhalte mit den Elternverbänden wie man hört jedenfalls nicht und die meisten Eltern erfahren von der Existenz dieser Broschüre und deren Inhalte erst, wenn ihre Kinder diese nach Hause bringen und sie damit konfrontieren.

3. Appelle und Tipps in Richtung Kommunikation mit Eltern, Freunden und Fachleuten seinen im Text verpackt
 Wenn damit Ratschläge gemeint sind wie, dass für die Verschreibung der Pille an Minderjährige oder für eine Abtreibung die Zustimmung der Eltern nicht gebraucht wird, (Seiten 29 und 75), dass Eltern zwar eigene Regeln aufstellen, sich aber dann vor ihren Kindern rechtfertigen dürfen warum sie das tun, ja, warum sie damit sogar gedenken gegen bestehende Gesetze zu verstoßen (Seite 43) und wenn sie schließlich noch mit Verständnis für eine Abtreibung herhalten dürfen und diese unterstützen sollen (Seite 70), dann sind das tolle Appelle und Tipps in Richtung Kommunikation mit den Eltern.

4. Autoren haben sich die Sache „nicht leicht“ gemacht
 Das einzige zur Unterstützung dieser selbstbeweihräuchernden Aussage angeführte Beispiel, nämlich, dass man weder einem sehr oft noch einem niemals onanierenden Jugendlichen nicht dem Druck einer etwaigen „Abnormität“ aussetzen möchte, und dass man stundenlang an manchen Formulierungen gefeilt hat, mag beim ersten Hinhören ganz gut klingen, rechtfertigt aber die Feststellung sich die Sache nicht leicht gemacht zu haben noch lange nicht. Der Umgang mit der Sexualität geht bekanntlich weit über Selbstbefriedigung hinaus und birgt einiges an äußerst explosivem Sprengstoff in sich, der Menschen, Beziehungen, Familien, ja ganze Nationen regelrecht zerstören kann.

Durch diese Broschüre werden junge Menschen zum Spiel mit etwas angeregt, das enorm viel in ihrem eigenen Leben, im Leben ihrer Geschlechtspartner sowie ihrer Kinder vernichten kann. Die angebotenen Schutzmaßnahmen stellen sich in der Praxis als naive Selbsttäuschung heraus, das hat man in Amerika längst erkannt und nachgewiesen. Dort geht ein starker Trend bereits in Richtung einer weit wirksameren Methode: Der Reinheit vor der Ehe und der Treue in der Ehe. Ja, das ist mit Eigenverantwortung verbunden, mit einer bewussten Ausrichtung der Gefühle, aber auch mit persönlicher Qualifikation und einem geistigen Wachstum in der Menschenwürde und mit tiefer innerer Freude und Befreiung. Man konzentriert sich nicht auf kurzsichtigen, egozentrischen Sex, sondern auf das Wachstum in der Liebe und die Festigung von Beziehungen. Die eheliche Liebesbeziehung ist der Rahmen für wunderschönen und geborgenen Sex und Kinder müssen nicht schon zerstört werden, bevor sie noch ihren ersten Atemzug in dieser Welt machen konnten, nur weil ihre Zeugung ein störender Unfall war, ein unerwünschtes Nebenprodukt unkontrollierter Triebhaftigkeit. Sie sind vielmehr die wunderbare Frucht einer gereiften Liebe, die nichts sehnlicher wünscht als diese Kinder in ihrer Wärme aufwachsen zu sehen, zu Menschen, die fähig sind, harmonische, dauerhafte und verlässliche Beziehungen einzugehen und so Frieden in sich, in ihren Beziehungen, ihrer Familie und ihrer Gesellschaft zu schaffen. Das ist auch erwiesener Maßen der beste und wahrscheinlich der einzige Weg die Ausbreitung von AIDS und anderen STD’s, sowie von vorgeburtlicher Kindestötung wirksam zu stoppen, ohne dass man dabei auf die Freuden der Sexualität verzichten muss, sie vielmehr noch intensiver und inniger genießen kann. Immer mehr Menschen entdecken das Vertrauen in und zu sich selbst, dass sie auf diese Weise in ihrer Menschenwürde wachsen, dass Liebesbeziehungen etwas Dauerhaftes sind, nicht ein Wegwerfprodukt, das man einfach entsorgt und sich dann eines Tages auf einem Trümmerhaufen gescheiterter Beziehungen wiederfindet und sich einredet ein gutes Gewissen zu haben. Aber hierzulande laufen die Uhren noch anders. Hier denkt man noch darüber nach, ob man einen Bombenbastler, der ja nur seiner Lieblingsbeschäftigung nachgeht, nicht dem Druck einer etwaigen Abnormität aussetzt indem man den Zeigefinger erhebt und ihn beunruhigt! Vielleicht ist die Sache doch viel „leichter gemacht“ als hier behauptet und der ganze Zugang zum Thema Sexualität einer, der auf allen Ebenen nur einen Scherbenhaufen hinterlässt?
 

Anhang:
Für eine Sexualität mit Verantwortung
http://directory.google.com/Top/Kids_and_Teens/Teen_Life/Teen_Sexuality/Abstinence/?tc1
http://www.freeteens.org/index.htm
http://www.freeteens.org/stories/othersites.htm
http://www.freeteens.org/stories/securesex.htm
http://www.choosingthebest.org/index.htm
http://www.wahreliebewartet.de/html/index.php