Welt-AIDS-Tag 2001
Sexualaufklärung in der Krise
Klassische Methoden und Ziele greifen mit massivem
Negativ-Erfolg!
Neuüberdenken ist angesagt!
Die AIDS-Zahlen steigen. Weltweit gibt es 5 Mal soviele AIDS-Kranke als Österreich Einwohner hat und allein in Österreich kommt Tag für Tag eine weitere Person dazu - weltweit sind es 10 Personen pro Minute.
Wir leben in einer Zeit, in der die Kinder bereits in der Volksschule mit Diskussionen über Kondom und Pille meist unsanft zum Leben wachgerüttelt werden, um sich nur ja rechtzeitig vor AIDS, anderen über den Sexualverkehr übertragbaren Krankheiten und Geschlechtskrankheiten schützen zu lernen. Sie wissen über Verhütungsmittel bereits Bescheid, bevor sie noch wissen was Sex überhaupt ist. Wie kann es bei dieser Wachsamkeit zu solch einem Dilemma kommen?
Tun wir - angefangen von den Ministerien über die Bildungseinrichtungen, die Medien, die Kunst, die Kirchen, die Medizin, die Selbsthilfegruppen und, und, und - nicht alles, um die Menschen rechtzeitig zu warnen und ihnen zu zeigen, wie sie sich wirksam schützen können? Wenn man bedenkt wie viele Forschungsprojekte finanziert, Studien in Auftrag gegeben, Broschüren gedruckt, Schulungen angeboten, Kurse abgehalten und Behandlungen durchgeführt werden, so könnten wir diese Frage ohne Weiteres mit "Ja" beantworten. Aber es kommt offenbar nicht nur darauf an wieviel man tut, sondern was man tut. Fazit: Wir haben zwar sehr viel getan, aber offenbar tun wir nicht ganz das Richtige.
Was fehlt in unserer Sexualaufklärung, woran
krankt sie? Es fehlen genau die beiden wichtigsten Komponenten:
1. Der Sinn, der Zweck und vor allem der Wert
der Sexualität, die wichtigsten Punkte in der Sexualaufklärung
überhaupt, bleiben zugunsten ausgeklügelter Austrixungstechniken
der Natur weitgehend auf der Strecke. Wenn man Kinder und Jugendliche mit
der Information ins Leben schickt: "Geht hin, macht euch ein schönes
Leben, vergnügt euch und macht was euch Spass macht, sooft, solange
und mit wem es euch Spass macht, aber passt nur ja auf, dass ihr nicht
schwanger werdet und keine Krankheiten aufreißt - Kondom und Pille
schützen euch!", so hängt man der Pille und dem Kondom damit
einfach ein grünes Mäntelchen um und legalisiert auf verantwortungslose
Weise Dinge, die haarscharf der Ausbreitung dessen dienen, was man eigentlich
verhindern wollte. Sex ist zum Vergnügen da, aber ist Sex nur zum
Vergnügen da? Folgendes Zitat des auf Infektionskrankheiten spezialisierten
Universitätsprofessors Robert C. Noble (Universität von Lexington,
Kentucky USA) kann hier einen wichtigen Hinweis liefern: "...Keiner ergreift
Partei für Jungfräulichkeit, Enthaltsamkeit oder ein Sexualleben
mit einem einzigen gesunden und treuen Partner für das ganze Leben.
Das wäre ja langweilig. Aber es sind wirkungsvolle Vorsichtsmaßnahmen
- die EINZIGEN, die wirklich helfen. Also werde ich meinen Töchtern
erzählen, daß Geschlechtsverkehr gefährlich ist und Kondome
nur eine trügerische Sicherheit bieten. Die Gefahr VERRINGERN ist
nicht dasselbe wie sie ausschließen. Meine Überzeugung widerspricht
allen Aussagen der Medien, die meine Kinder aufnehmen. ...... Es gibt keinen
sicheren Sex. Jugendliche mit Kondomen gegen Aids auszurüsten ist
gerade so, als wenn man sie gegen einen Flächenbrand mit Wasserpistolen
ausrüsten wollte. Kondome sind dem Problem einfach nicht angemessen.
Wir sollten aufhören, uns etwas vorzumachen."
2. Es wird nirgends in unserer Sexualaufklärung ausreichend erklärt unter welchen Bedingungen sorgloser, gefahrloser, wunderschöner und unbelasteter Sex auch ohne Kondomkrücken und Pillenmanipulation möglich ist? Wenn jemand Professor, Politiker, Lehrer, Meister auf irgendeinem Fachgebiet werden oder auch nur den Führerschein machen will, so kann er das nur auf der Basis einer Qualifikation tun, und diese Qualifikation ist oft nicht leicht zu erlangen. Die Frage ist: Welche Qualifikationen braucht es für sorglosen, kummerfreien, wunderschönen Sex? Ich bin davon überzeugt, dass Sex zu den höchsten, wertvollsten und schönsten Dingen in unserem Leben zählt und mit nichts anderem auch nur annähernd aufgewogen werden kann, und ich glaube, die Natur stimmt diesem Punkt vollkommen zu. Sie belohnt den Sex mit dem wertvollsten und schönsten was es im Leben eines Menschen überhaupt geben kann - einem eigenen Kind, einem neuen Menschenleben, das aus der sexuellen Verbindung zwischen mir und meinem/er PartnerIn kommt. Weiters sorgt die Natur immerhin über den Sex für ihre eigene Vermehrung und somit für ihre eigene Erhaltung über zahllose Generationen hin. Und genau das versuchen wir in unserer Sexualaufklärung über weite Strecken durch unnatürliche Kondomkrücken, gekünstelte Pillenmanipulation und Diskussionen über die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruches u. dergl. zu verhindern? Wer sind wir, dass wir uns das konsequenzenlos herausnehmen können?
Ist es da nicht Zeit sich hinzustellen, vor dem
Leben den Hut zu ziehen und demütig zu fragen: Was muss ich tun, um
die Qualifikation für hochwertigen Sex zu erlangen, für einen
Sex, der kein Kondom nötig hat und keine Pille? Es muss einen Grund
dafür geben, dass die Natur nicht daran gedacht hat uns Kondom und
Pille für ein glückliches Sexualleben mitzugeben. Offenbar meint
sie, dass diese für guten, hochwertigen Sex gar nicht benötigt
werden. In diesem Punkt ist kompromissloses Neuüberdenken angesagt,
ein Neuüberdenken, das nicht davor zurückschrecken darf die gängige
Sexualaufklärung bis tief in ihre Grundfesten hinein auf diese beiden
Fragestellungen hin zu prüfen und die entsprechenden Änderungen
folgen zu lassen. Nur dann haben wir möglicherweise die Chance nicht
nur AIDS und die anderen körperlichen Krankheiten, sondern auch alle
psychischen Leiden, die aus ungewollten Schwangerschaften und aus enttäuschten
Liebesbeziehungen resultieren, zu beenden.
Johannes Stampf