Unsere Buchhandlungen sind gefüllt mit Fachliteratur aller Art, und die Forschungs- und Ausbildungszweige in Schulen und Universitäten nehmen ständig zu. Es gibt schon bald kein Thema mehr, das nicht bereits von den unterschiedlichsten Seiten her abgehandelt wurde. Die Aufarbeitung eines Themas aus wissenschaftlicher Sicht kommt dabei, aufgrund des wissenschaftlichen Weltbildes, meist zu anderen Ergebnissen, als die Aufarbeitung desselben Themas aus einem religiösen, esoterischen oder irgend einem anderen Blickwinkel.
Jedes Thema wird heute von "Fachleuten" abgehandelt. Für alles und jedes gibt es Experten, die angeblich wissen, was richtig und was falsch ist. In zunehmendem Maße machen auch neu-religiöse, pseudowissenschaftliche und esoterische Gesichtspunkte die Runde. In der Landwirtschaft beispielsweise arbeiten die einen streng nach wissenschaftlichen Methoden, während andere ihre Aussaat- und Erntetage nach dem Mond und den Gestirnen richten. Ein Homöopath behandelt seine Patienten anders als ein sogenannter Schulmediziner oder ein Akkupunkteur. In der Astrologie führt man die Charaktereigenschaften und das Schicksal einer Person auf Geburtsort, Geburtszeit und Planetenstellungen zurück. Für den einen ist die Reinkarnation (die Wiedergeburtslehre) die große, neue Erkenntnis seines Lebens, für einen anderen öffnen Handlesen, Zahlenmystik oder das Befragen eines Orakels vollkommen neue Wege. "Humbug" sagen die einen und "neues Verständnis" die anderen. Neue Weltsichten schießen wie die sprichwörtlichen "Schwammerl" aus dem Boden und verbreiten sich in Windeseile über Medien wie Internet, Radio, Fernsehen, Zeitungen und auch in Vorträgen und Kursen.
Wirklich belegte, allumfassende Antworten gibt es aber offenbar von keiner Seite, obwohl sich jeder Anbieter so verhält, als hätte er die richtigen Antworten oder zumindest die richtige Methode. Die Theologen, die Wissenschaftler, die Esoteriker unterschiedlichster Couleurs, um nur einige zu nennen, bieten in irgendeiner Form ihre Wahrheiten und Heilslehren an, die sie oft sehr überzeugend bringen und auch ganz einleuchtend belegen.
Eines kommt dabei aber auffallend oft zu kurz: Wie können all diese spezialisierten Fachansichten in Harmonie zusammenkommen? Was fehlt ihnen, um wie ein gesunder, gut funktionierender und leistungsfähiger Organismus zu werden? Der menschliche Organismus beispielsweise setzt sich, wie wir alle wissen, auch aus verschiedensten "Spezialisten" zusammen, die wir Augen, Ohren, Nase, Mund, Herz, Leber, Nieren, Darm, Haut, Haare, Nägel, Knochen, Muskel, Fortpflanzungsorgane u.s.w. nennen. Jedes Organ, jeder Körperteil und jeder der fünf Sinne erfüllt dabei extrem hochspezialisierte Aufgaben, die nicht von einem anderen Organ wahrgenommen werden können. Bei einem gesunden Menschen jedoch, arbeiten Leber, Nase, Gehirn und Co. nicht selbstzentriert, also auf eigenen Profit und ständiges Wachstum ausgerichtet, vor sich hin. Sie fühlen sich auch nicht getrieben, besser und schneller sein zu müssen als der andere, um im harten Konkurrenzk(r)ampf nur ja bestehen zu können. Sie arbeiten vielmehr friedlich zusammen, ausgerichtet auf das Wohl des gesamten Organismus, denn das ist gleichzeitig auch das beste für die Gesundheit und das Wohl jedes einzelnen.
Die in hier vorliegenden Abhandlungen verstehen sich nicht als ein neues Spezialgebiet. Sie behandeln im Gegenteil die ältesten Fragen, die die Menschheit kennt. Sie beschäftigen sich mit einer realistischen, organismusorientierten Zusammenführung der einzelnen Fachgebiete, die durch ihre Spezialisierung heute weitgehend zersplittert agieren. Sie versuchen, das Augenmerk auf jene Grundlagen und Prinzipien zu lenken, die sowohl dem Wohl des Ganzen als auch dem Wohl des Einzelnen dienlich sind. Erwarten Sie von den Ausführungen nicht die letzten Antworten. Sie wollen nicht mehr und nicht weniger sein als Anregungen - Anregungen, sich mit den zentralen Fragen des Lebens persönlich auseinanderzusetzen. Diese Fragen stehen letzlich hoch über jeder Fachausbildung, die gewöhnlich erst ab einem Alter von bereits 15 Jahren beginnt, und die ihre Bedeutung, zumindest für den Einzelnen, mit seiner Pensionierung bereits weitgehend wieder verliert.
Es ist das vorrangigste Ziel dieser Abhandlungen, nicht hinterfragte Lehrmeinungen und Annahmen durchaus kritisch, aber keineswegs feindselig und Gegnerorientiert zu hinterfragen, und sie darüber hinaus mit elementaren Gesichtspunkten zu bereichern. Reagieren Sie daher bitte bei einem neuen Gedanken nicht gleich mit einem Wutausbruch, einem aufgebrachten "das geht nicht!" oder einem "wo kommen wir denn da hin!" Lassen Sie vielmehr ungewohnte Aussagen vorerst einfach eine Zeit lang wirken. Gönnen Sie sich den Luxus, und betrachten Sie Ihre eigene Lebensführung, Ihre ganz persönlichen Ziele und Ideale einmal in Ruhe aus möglicherweise ungewohnten Perspektiven.
Um des besseren Verstehens und der persönlichen Bereicherung Willen, hinterfragen Sie, was Sie hier lesen, hinterfragen Sie aber auch, was Sie immer schon als Gegeben angenommen haben. Hören Sie dabei ganz besonders auf Ihre innere Stimme. Ihre innere Stimme begleitete Sie bereits lange bevor Sie eine Fachausbildung begannen oder ins Berufsleben eintraten. Sie war da, in jeder Entscheidung, die Sie treffen mußten und auch bei jedem einschneidenden Erlebnis, das Sie hatten. In der Hitze des Lebens mag sie - ihrer störenden oder unpassend scheinenden Ansichten wegen - in den Hintergrund gedrängt worden sein, aber sie ist dennoch Ihr treuester Begleiter in allen Lebenslagen. Sie wird später, wenn Sie sich nach Ihrer Pensionierung vom Arbeitsleben zurückgezogen haben, wenn Sie in den sogenannten "Lebensabend" eingetreten sind und damit beginnen, sich auf das Leben nach dem Leben vorzubereiten, wieder verstärkt melden. Seien Sie sich bewußt, daß Sie es sind, die schließlich wählen. Sie sind es natürlich auch, die mit den Ergebnissen Ihrer Wahl leben werden.
Lassen Sie sich auf ein Abenteuer der besonderen Art ein - ein Abenteuer, das sich nicht nur im Kopf, sondern in Ihrem Inneren und Innersten abspielt, und von dort aus Ihre Worte und Aktivitäten lenkt. Aus den fünf Titeln ersehen Sie, daß es um so zentrale Themen geht, wie: die Beziehung zu Gott, das Wesen von Gut und Böse, die Bedeutung der Familie, die Partnerschaft als Grundlage für Elternschaft und Kindererziehung, sowie das friedenstiftende Potential jener Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten, die Freude, Frieden und Harmonie zwischen Gott, Mensch und Umwelt ermöglichen.
Wien, im Dezember 1998